Dschungelolympiade

In meiner Kindheit gab es einen amerikanischen Zeichentrickfilm, den ich heiß und innig geliebt habe: die Dschungelolympiade. Gedreht wurde er ursprünglich aus Anlass der Olympischen Spiele in Moskau 1980, verschwand jedoch aufgrund des Boykotts der Amerikaner in der Schublade von Warner Bros. und wurde dann vier Jahre später wieder hervorgekramt. Die Szenerie ist bei dem Titel (und mehr noch dem Originaltitel “Animalympics”) recht naheliegend: Die Tiere der Welt versammeln sich zu einem zwei Wochen dauernden, friedlichen Wettstreit in verschiedenen olympischen Disziplinen. Alles wird ziemlich, tja, realitätsnah gezeigt, inklusive der Vermarktung der Sportler, politischer Einflussnahme, Doping, gesundheitlichen Risiken und vor allem den Massenmedien. Das ganze aus der Perspektive der umfangreichen Berichterstattung des Senders “Z.O.O.” und präsentiert von der Moderatoren-Schildkröte “Johnny Turtle”.

Ich weiß nicht mehr, wann genau mir der Film das erste Mal begegnet ist, aber ich hatte ihn auf VHS aufgezeichnet (vielleicht hab ich die Kasette sogar noch…?) und ihn oft, sehr sehr oft angesehen. Einige kleine Details sind mir damals natürlich noch nicht so aufgefallen. So war mir nicht ganz klar, warum der sympathisch wirkende Schwimmexperte “Mark Spritz” mit einem riesigen Stapel Medaillen zum Interview angeschleppt kam oder warum der Sieger im Boxen ausgerechnet ein Känguruh war (“Joey Gongolong”), aber ich hatte immer meinen Spaß mit den Marathonläufern “René Fromage” und “Kitty Mambo”, dem tapferen Viererbob der “Gebrüder Calamari”, dem japanischen Turner (und Kampfsportler) “Bruce Kwakimoto” und meiner persönlichen Favoritin, der Schwimmreporterin “Blondie Springer”. Gestern hab ich den Film dann zu meiner großen Freude bei YouTube wiedergefunden, diesmal im englischen Original, so dass ich auch endlich die Sprachwitze verstehen konnte, die bei der Synchronisation irgendwie auf der Strecke geblieben waren, etwa Namen wie “Ono Nono” (ein Schwertwal, der über 100m Freistil antritt und dessen Wendetechnik ihm wohl den Namen eingebracht hat…), “Toulouse LaTrac” (französischer Leichtathletik-Coach), Fußball-Legende “Mele”, Kameramann “Jim Panzi” oder der Chef-Statistiker “Manny Fingers”, aber auch der denkwürdige Kommentar des Bob-Experten “Bernard Drulinger” (auf Deutsch: “Bernhard Diener”) auf die Frage, was diese Bobsportler denn antreibe: “You know, most of them are just bonkers.”

Es hat jedenfalls, auch wenn der Film inzwischen etwas in die Jahre gekommen ist, unheimlich Spaß gemacht, mal wieder bei der “Dschungelolympiade” dabei zu sein. Und in einem Detail waren die Autoren damals ihrer Zeit tatsächlich weit voraus: Der große Champion der Leichtathletik, der auch über 100m nicht zu schlagen war, hieß “Bolt”…

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